Zum Inhalt springen

Programm 12/22 – 02/23

Das aktuelle Programm im Rabbit Hole Theater

Draußen vor der Tür
von Wolfgang Borchert

Freitag, 02. Dezember, 20 Uhr

Sie haben alle dieselben gleichen gleichgültigen entsetzlichen Visagen. Und sie reden alle so unendlich viel, und wenn man dann um ein einziges Ja bittet, sind sie stumm und dumm, wie – ja, eben wie die Menschen. Wie wir noch ganz klein waren, da haben sie Krieg gemacht. Und als wir größer waren, da haben sie vom Krieg erzählt. Begeistert. Immer waren sie begeistert. Und als wir dann noch größer waren, da haben sie sich auch für uns einen Krieg ausgedacht. Und da haben sie uns dann hingeschickt. Und sie waren begeistert. Immer waren sie begeistert. Und keiner hat uns gesagt, wo wir hingingen. Keiner hat uns gesagt, ihr geht in die Hölle.

Und dann war der Krieg endlich da. Und dann haben sie uns hingeschickt. Und sie haben uns nichts gesagt. Nur – Macht’s gut, Jungens! haben sie gesagt. Macht’s gut, Jungens!“

Kriegsheimkehrer Beckmann, als Hauptfigur in „Draußen vor der Tür“ ist ein Ambivalent aus Flüchtendem, Traumatisiertem, Obdachlosem und Sehnsüchtigem. Nach Verantwortung, Familie und Ruhe suchend findet er sich in einer Gesellschaft wieder, in der das Bei-sich-sein-Können zur Unmöglichkeit geworden ist.

Konzept/Spiel/Regie/Musik:
Christian Freund & Dominik Hertrich

Das Projekt wurde mit Mitteln der Bezirksvertretung sowie des Kulturamtes der Stadt Essen gefördert.

Reservieren Sie hier Ihre Tickets. Ermäßigungen werden an der Abendkasse berücksichtigt.


The Noise of Germany

Freitag, 09. Dezember, 19:30 Uhr

Nach dem Erfolg der Show beim Musik21 Festival in Hannover 2021 nun auch in Essen!

Die Neue Musik Castingshow für Junge und Junggebliebene! Fünf Künstler:innen treten gegeneinander an, um nicht nur den Titel “The Noise of Germany” sondern vor allem die Herzen der Zuhörer:innen zu gewinnen. Die Kombattant:innen haben dafür das Wunderhorn der Neuen Musik geschüttelt und versuchen mit Ausschnitten aus ihren Lieblingsstücken das Publikum auf ihre Seite zu ziehen. So findet sich das Publikum wieder in einem dichten Netz, gewoben aus Solowerken von Aperghis, Berio, Birtwistle, Gubaidulina, Scelsi und vielen anderen. Das Publikum entscheidet dabei per Buzzer, wem von den fünf charismatischen Interpret:innen die Ehre zu Teil wird, am Ende als Solist:in im Mittelpunkt zu stehen.

Anne Bischof – Flöten
Sebastian R. A. Wendt – Klarinetten, Remix
Inga Balzer-Wolf – Stimme
Tilman Wolf – Klavier
Barbara Hartrumpf – Cello

Tim Pauli – Elektronik

Tim von Kietzell – Moderation

Reservieren Sie hier Ihre Tickets. Ermäßigungen werden an der Abendkasse berücksichtigt.


Mascha & Tisa: Glaube. Liebe. Kunst.
szenisch-musikalische Lesung

Freitag, 16. Dezember, 20 Uhr

Wir tauchen ab in die Berliner Kunstszene der 20er Jahre, lassen uns verführen, geben uns hin, trauen uns doch nicht, geben nicht nach, lassen uns treiben und kehren zurück. Oder nicht?

Basierend auf biografischen Ereignissen der Künstlerinnen Mascha Kaléko und Tisa von der Schulenburg vor und während des Krieges spielt diese szenische Lesung mit den Themen die uns auch heute noch beschäftigen: Wer ist wann systemrelevant? Definiert sich mein persönlicher Wert über den Wert meiner Kunst? Und was will ich glauben? An die Liebe, oder? Das ist doch zu einfach!

Als junges Ensemble mit Wurzeln im Ruhrgebiet sind die Schauspielerinnen und Wahl-Berlinerinnen Samira Julia Calder und Josefine Voss auf die bildende Künstlerin „Tisa“ gestoßen, die bis zu ihrem Lebensende als Künstlerin und Nonne hier gewirkt hat. Bei ihrer Recherche haben sie Parallelen zu der Dichterin Mascha Kaléko gefunden, die zur gleichen Zeit lebte, dem jüdischen Glauben angehörte und die Schauspielerinnen stark geprägt hat.

Entstanden ist eine Hommage an das, was Heimat sein kann und die Suche nach der größten Liebe des Lebens: die Liebe zu sich selbst.

Konzept, Spiel, Regie: Samira Julia Calder & Josefine Voss
Komposition & Musik: Tobias Sicken

Reservieren Sie hier Ihre Tickets. Ermäßigungen werden an der Abendkasse berücksichtigt.


Amsterdam

Freitag, 20. Januar, 20 Uhr
Samstag, 21. Januar, 20 Uhr
Sonntag, 22. Januar, 19 Uhr

A und B stehen im Scherbenhaufen ihrer Beziehung. Ein letztes Mal werden Fotos aus der Vergangenheit betrachtet, die Gläser erhoben auf die erlebte Zeit. Als das gemeinsame Lied erklingt, tritt ein mysteriöses Paar ins Leben der Getrennten, das mehr zu wissen scheint, als A und B sich eingestehen wollen. Inspiriert von ihren Vorausdeutungen beginnt eine Reise in die Vergangenheit. Traum oder Wirklichkeit? Als A und B vor der Wahl stehen, zeigt sich das Spiegelbild ihrer Wahrheit – und der Blick in ihr unabwendbares Schicksal.

Das neue Stück von theater glassbooth beschäftigt sich mit den Fragestellungen traditioneller Beziehungsmuster; mit der Liebe und dem Scheitern, dem Streben nach Glück, Versuche des Zusammenlebens, auch an der Schmerzgrenze und über die Komfortzone hinaus. Dabei begleiten wir die Figuren auf eine teils surreale Reise, – Flucht, Verdrängung, Bewusstseinserweiterung – wie auf einem Trip nach Amsterdam, in die Stadt, von der wohl jeder seine eigene Geschichte zu erzählen hat.

Spiel: Julie Stearns, Jens Dornheim, Mira Kohli, Alexander Welp
Bühne & Kostüm: Gesa Gröning
Film-Schauspiel: Ulrich Penquitt
Filme: bs-films (Stefan Bahl & Dirk Gerigk)
Grafikdesign: Mira Kohli & Jesse Krauß
Produktionsassistenz: Christina Binta
Fotos: Uwe Faltermeier
Regie: Dominik Hertrich
Text: Jens Dornheim & Dominik Hertrich
Produktion: Theater glassbooth

Reservieren Sie hier Ihre Tickets. Ermäßigungen werden an der Abendkasse berücksichtigt.


community! – Season 2: Katharsis

Samstag, 25. Februar, 20 Uhr
Sonntag, 26. Februar, 19 Uhr

Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist, du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Tut Gutes Allen. Im Wartezimmer am Tag danach verhandeln acht Personen ihre Möglichkeiten. Zurück ins pralle Leben? Aushalten? Darauf sinnen, dass jemand aus der Gemeinschaft einen Ausweg zeigt? In der Retrospektive bleibt die Hoffnung: May you be in heaven. Half an hour, before the devil knows you‘re dead. 

„Katharsis“ ist das zweite Stück aus der Reihe „theater glassbooth community!“, dem freien Theaterformat zum Mitmachen. In zwölf Probenabenden wurde mit den Teilnehmenden des Workshops ein Theaterstück erdacht, entwickelt und geprobt. Die Uraufführung von „Katharsis“ fand am 19.11. um 20:00 Uhr im Rabbit Hole Theater Essen statt.

Mit: Brigitte Boesch, Valentin Bukovskyy, Sofia Giannou, Sarah Grebe, Katina Kamke, Marisa Mazzurco, Julian Müscher, Selina Seher
Regie: Dominik Hertrich
Text: Dominik Hertrich, Valentin Bukovskyy & Ensemble
Kostüm: Gesa Gröning
Technik: Christina Binta
Outside Eye: Jens Dornheim

Reservieren Sie hier Ihre Tickets. Ermäßigungen werden an der Abendkasse berücksichtigt.

Gefördert von


ROOTS!

Samstag, 04. März, 20 Uhr
Sonntag, 05. März, 19 Uhr

Wurzeln, trennen sie uns Menschen wirklich? Was sind POC ́s und wer steckt hinter den Migrant:innen mit Migrationshintergrund? Sind die Begriffe überhaupt noch zeitgemäß? Was ist aus dem Sommermärchen von 2006 geworden? Sind Boateng und Fatih Akin nur dann deutsch, wenn sie Preise absahnen? Und wieso wird »Johanna« zum Bewerbungsgespräch eingeladen, »Hatice« aber eher selten?
People of Color werden aufgrund eines biografischen Teilaspekts ihrer Eltern pauschal als Migrant:innen oder »Zugewanderte in der 3. Generation« bezeichnet. Hierdurch werden sogenannte Migrant:innen und Deutsche gegenübergestellt und ein Klischeebild reproduziert, in dem Einbürgerung und die transkulturelle Identität der jungen Generationen nicht anerkannt und wahrgenommen werden. 
Expert:innen des Alltags – Studierende, Arbeiter:innen, Akademiker:innen, Kulturschaffende u.v.a. – mit sogenanntem Migrationshintergrund geben durch Interviews Einblicke in ihre Erfahrungen als People of Color in Deutschland. So entsteht eine eindringliche und feinfühlige Szenencollage, die die Wut, Verzweiflung und Hoffnung der Teilnehmer:innen und ihre Erfahrung mit institutionellem Rassismus in Form von biografischen Schauspielszenen, improvisierter (Jazz-)Musik und mit Elementen aus dem Hip Hop Tanz verhandelt und verarbeitet.

Spiel: Alexandra Lowygina, Zeynel Alkis, Masengu Kanyinda
Musik: Fanja Raum
Regie: Anas Ouriaghli

Reservieren Sie hier Ihre Tickets. Ermäßigungen werden an der Abendkasse berücksichtigt.