Soundtrips NRW Nr. 77
Jan Lukas Roßmüller Trio – JLR3
SOLO Festival – Simon Camatta ’50
Blaues Rauschen Festival 2026
Soundtrips NRW Nr. 77
Michel Doneda & Lê Quan Ninh
mit Mascha Corman und Simon Camatta
Montag, 27. April, 20 Uhr
Die seit 15 Jahren bestehende Reihe Soundtrips NRW zeigt vielseitige Facetten der improvisierten Musik. Im ersten Teil des Konzertes spielen die tourenden Musiker ihr eigenes Programm. In der zweiten Konzerthälfte treffen sie auf Musiker*innen aus NRW.

Lê Quan Ninh & Michel Doneda
Freie Improvisation – Klangforschung – Momentbezogene Performance
Seit mehr als drei Jahrzehnten verbindet den französischen Perkussionisten Lê Quan Ninh und den Saxophonisten Michel Doneda eine intensive musikalische Partnerschaft, die zu den prägendsten in der europäischen freien Improvisationsszene zählt. Gemeinsam erforschen Ninh und Doneda klangliche Grenzbereiche, in denen jede Aufführung ein einzigartiges, im Moment entstehendes Gespräch ist. Ihre Duos entfalten oft fragile, dichte Klanglandschaften, in denen Hören und Interagieren zur zentralen Gestaltungsenergie werden. Dabei rückt das gemeinsame Erforschen von Klangphänomenen – jenseits erzählerischer oder melodischer Konventionen – in den Mittelpunkt. Ihre Zusammenarbeit dokumentiert sich auf langjährigen Konzertaktivitäten und auf Tonträgern wie dem Duo-Album Aplomb (Vand’Oeuvre) und weiteren gemeinsamen Projekten, die den Fokus auf kompromisslose Präsenz und auf die Erkundung von Klang als unmittelbare Erfahrung legen.
Set 1: Lê Quan Ninh & Michel Doneda
Set 2: Lê Quan Ninh, Michel Doneda, Mascha Corman (Stimme), Simon Camatta (Schlagzeug)
Soundtrips NRW Nr. 77
Einlass 19:30 Uhr, Beginn 20 Uhr, Ende ca. 21:30 Uhr, mit Pause. Bitte buch dein Ticket über das Vorverkaufs-System.
Für Reservierungswünsche an der Abendkasse schreib uns bitte eine Mail an follow@rabbithole-theater.de
Gäste, die ihr Ticket im Vorverkauf erworben haben, erhalten bevorzugte Platzwahl.
JLR3
Jan Lukas Roßmüller Trio
Freitag, 01. Mai, 20 Uhr
Kommunikation und Feingespür als künstlerische Reaktion auf die Gegenwart – auf dem ersten Album seines neuen Trios bildet Pianist Jan Lukas Roßmüller mit Bassist Florian Herzog und Schlagzeuger Jakob Görris ein Klanggefüge, das durch eine Vielzahl kleiner Kanäle kommuniziert, Ideen austauscht und weiterspinnt. Kontinuierliche motivische Entwicklung in Komposition und Improvisation bilden den roten Faden.
Ausgehend von Roßmüllers Stücken erschafft das Trio vielschichtige Welten, die von zerbrechlicher Weite bis zu explosiver rhythmischer Verdichtung reichen. Dabei hält das Trio die Balance zwischen abstrakter Eindrücklichkeit und melodischer Nahbarkeit.

Die drei Akteure kennen sich aus der jungen, vorwärtsgerichteten Kölner Jazz- und Improszene und bewegen sich ebenso souverän in experimenteller Klangsprache wie in lyrischen, kammermusikalisch feinen Texturen. So entsteht Musik, die filigran aber kräftig ist. Schon Roßmüllers erstes Klaviertrio Erdung wurde als „in der Tradition des Formats geerdet und mit Abstraktion gespickt“ (Jan Kobrzinowski, Jazzthetik) beschrieben. Auch das Nachfolgeprojekt JLR3 vereint Jazzimprovisation mit einer Klangsprache aus moderner europäischer Musiktradition und schöpft aus einer rhythmischen Stilvielfalt von modern interpretiertem Swing bis zu komplexen, überlagerten Beats.
Jan Lukas Roßmüller – Klavier, Komposition
Florian Herzog – Kontrabass
Jakob Görris – Schlagzeug
Jan Lukas Roßmüller Trio – JLR3
Einlass 19:30 Uhr, Beginn 20 Uhr, Ende ca. 21 Uhr, keine Pause. Bitte buch dein Ticket über das Vorverkaufs-System.
Für Reservierungswünsche an der Abendkasse schreib uns bitte eine Mail an follow@rabbithole-theater.de
Gäste, die ihr Ticket im Vorverkauf erworben haben, erhalten bevorzugte Platzwahl.
SOLO Festival
Simon Camatta ’50
Mittwoch, 20. Mai, ab 17 Uhr
SImon Camatta feiert seinen 50. Geburtstag mit einem Solo-Festival im Rabbit Hole Theater!
17:00 Uhr: Kaffee und Kuchen
19:00 Uhr: Simon Camatta – Schlagzeug
19:30 Uhr: Luise Volkmann – Saxophon
20:30 Uhr: Salome Amend – Vibraphon
21:00 Uhr: Ach Kuhzunft – Tischlein Elektrisch


Alle sind herzlich Willkommen!
SOLO Festival – Simon Camatta ’50
Einlass und Beginn um 17 Uhr, Ende um ca. 22:30 Uhr – fortwährend Einlass, außer während der Solo-Konzerte
Bitte buch dein Geburtstagsticket über das Vorverkaufs-System.
Blaues Rauschen Festival 2026
im Rabbit Hole am:
Freitag, 05. Juni, 20 Uhr
Anomalien des Hörens
20:00 SunJeong Hwang / 20:45 Stephanie Castonguay (Neue Musik Zentrale) / 21:30 NKISI
zu den Tickets
Mit SunJeong Hwang, Stephanie Castonguay und NKISI verschiebt dieser Abend den Fokus vom Werk auf den Prozess. Statt als fertiges Produkt erscheint Klang hier als Bewegung zwischen Material, Technologie und Erinnerung – fragil, durchlässig, offen. Elektronische Medien werden nicht als abstrakte Oberfläche behandelt, sondern in ihrer stofflichen und ökologischen Bedingtheit freigelegt. Zerfallende Tonträger, gehackte Apparaturen, hybride Interfaces und Archive aus Field Recordings machen hör und sichtbar, dass jede digitale Praxis auf konkreten Ressourcen, Entscheidungen und Machtverhältnissen beruht. Technik wird dabei nicht neutral gedacht, sondern als Träger von Geschichte, Auswahl und Ausschluss.
Gleichzeitig wird das Konzert selbst zur Versuchsanordnung. Gemeinsames Hören als prozessuales Geschehen im Raum. Artefakte, Störungen und vermeintliche Fehler werden produktiv, als Brüche im System, als Hinweise auf das, was sonst überdeckt bleibt. Zwischen Noise, polyrhythmischen Strukturen, improvisatorischer Offenheit und sensibler Signalverarbeitung entsteht ein dichtes Geflecht, das sich im Moment formt und gleich wieder entzieht. Ein Abend über die Materialität elektronischer Klänge, über das Archiv als umkämpften Speicher und über das Hören als bewusste Praxis in einer technologisch geprägten Gegenwart, getragen von zwei benachbarten Spielorten, die seit Jahren mit eigenständigen anspruchsvollen Programmen das Musikgeschehen in Essen prägen.

SunJeong Hwang
Somatocene: Telluric Flesh
Gemeinsames Hören im Konzert als intendiert prosozialer Akt – eine dynamische Ausrichtung von Geist und Körper im Zeitverlauf. Hier teilen wir unter anderem auch die Bezugnahme auf uns Selbst und die Welt um uns herum. „Somatocene: Telluric Flesh“ ist eine forschungsbasierte Soundperformance, die aus somatischen Bewegungs- und Hörpraktiken hervorgeht und den Körper als primären Ort von Wahrnehmung, Rhythmus und Verhandlung begreift. In leiser, konzentrierter Form entfaltet SunJeong Hwang ein Spannungsfeld zwischen analogem, elektrischem und digitalem Klang. Den speist sie mit Field Recordings, analogen Klangquellen und responsiver Signalverarbeitung. Und die Performance ist explizit konzipiert mit dem BLAUES RAUSCHEN Festival als Performanceort. Statt Klang zu kontrollieren, wird ihm vom Publikum und Künstlerin zugehört: Bewegung, Material und Umgebung treten in einen kontinuierlichen Dialog, in dem sich eine intime Klanglichkeit ausbildet – aufmerksam, tastend, gegenwärtig.

Stephanie Castonguay
soft_cuts
Elektronische Medien erscheinen oft immateriell. Tatsächlich bestehen sie aus Ressourcen, Oberflächen und mechanischen Prozessen. Genau in diesem Spannungsfeld arbeitet Stephanie Castonguay. Für „soft_cuts“ entwickelt sie ein ungewöhnliches Setup aus gehackten Plattenspielern, die mit Playmobil Elementen erweitert und mit zusätzlichen Tonarmen ausgestattet sind. Darauf laufen fragile Bio Vinyls, deren Material langsam zerfällt und in Stücke bricht. Die Platten werden nicht einfach abgespielt, sondern tastend durchlaufen. Laufrichtungen wechseln, Fragmente verschieben sich, die Haltbarkeit der Materialien bleibt ungewiss. Aus diesem Prozess entsteht ein Geflecht aus ungeraden Rhythmen, mechanischen Schleifen und improvisierten Strukturen. Gleichzeitig wird der Apparat selbst sichtbar. Reflektierende Oberflächen, rotierende Arme und bewegte Fragmente erzeugen auf speziellen Screens eine visuelle Partitur mechanischer Bewegung.

NKISI
Anomaly Index
Kann die Aufnahme von Sound je neutral sein oder ist sie stets durch Vorauswahl, technische Beschränkung oder Rassismus korrumpiert? Diese grundsätzliche Frage stellt NKISI auf ihrer (be)rauschenden Kassette „Anomaly Index“, die sie Ende 2025 auf dem ugandischen Label Nyege Nyege Tapes veröffentlicht hat. Das Tape ist dabei lediglich Ausgangspunkt für eine Serie von Live-Kompositionen, die auf einem eigens angelegten Soundarchiv basieren. Für das Festival BLAUES RAUSCHEN experimentiert sie mit diesem Archiv und begibt sich auf eine Suche nach „paranormalen Audios und psychoakustischen Aufnahmen“. Artefakte, Aufnahmefehler, aber auch polyrhythmische Drumsynthesen und Live-Mikrofonierung lassen einen dichten Nebel aus Noise entstehen.
Blaues Rauschen Festival 2026
Tag 5: Anomalien des Hörens
Einlass 19:30 Uhr, Beginn 20 Uhr, Ende ca. 22 Uhr.
Tickets: Tickets Blaues Rauschen Festival 2026
Festival-Webseite: Blaues Rauschen Festival 2026

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